Die Arena wird heuer 50 Jahre alt – ungewohnt still und beinahe heimlich. Dafür gibt es nun ein sehr feines Buch als Zeitdokument zu diesem Jubiläum. Es zeichnet die Entstehungsgeschichte der Arena akribisch recherchiert nach und liefert zahlreiche Hintergrundinformationen. Reichlich Bildmaterial mit Fotos, Plakaten und Flyern macht fünf Jahrzehnte Arena-Geschichte lebendig.
Denn die Arena ist natürlich nicht einfach irgendein Veranstaltungsort in Wien. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Diskurses – und damit auch ein Ort gelebter Demokratie. Selbstverwaltung wird großgeschrieben, Konsens ist ein wichtiger Bestandteil der Entscheidungsprozesse und eine klar antifaschistische Haltung gehört zum Selbstverständnis.
Besonders interessant ist der Blick auf die Menschen, die diesen Ort bis heute tragen. Die „Arenauten“, wie sie sich selbst nennen, verstehen die Arena gerne als „gallisches Dorf“. Die heute aktiven Mitarbeiter:innen sind zwischen 18 und 71 Jahre alt und kommen aus unterschiedlichsten Berufsfeldern. Diese Vielfalt ist wohl auch ein Teil dessen, was die Arena seit Jahrzehnten ausmacht.
Das Buch zeigt eindrücklich, mit welchen Herausforderungen und Widrigkeiten diese Form der Kulturarbeit zu kämpfen hat – damals wie heute. Selbstverwaltung, gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse und ein Kulturbetrieb abseits rein wirtschaftlicher Interessen sind alles andere als selbstverständlich.
Gerade deshalb ist dieses Buch mehr als eine Chronik zum 50. Geburtstag. Es erinnert daran, wie wichtig Orte sind, an denen Kultur, Begegnung, Diskussion und gesellschaftliche Teilhabe möglich sind.
Umso wichtiger ist der Erhalt der Arena für eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft. Bleibt zu wünschen, dass dieses „gallische Dorf“ noch lange bestehen bleibt – eigenwillig, selbstverwaltet und offen für alle, die Kultur nicht nur konsumieren, sondern auch mitgestalten wollen.